Alte Traditionen – junge Schützen

Die Bredenborner Schützentradition reicht mindestens bis ins Jahr 1616 zurück. Damals wurde der Heimatschutzverein gegründet. Diese Bürgerwehr sollte Bredenborn, das bereits im Jahre 1330 seine Stadtrechte bekommen hatte, vor äußeren Gefahren schützen.

1747 wurde das erste Liborifest gefeiert – im selben Jahr hatte die Freifrau von Oeynhausen zu Eichholz der Gemeinde eine Reliquie des Heiligen Liborius geschenkt.

1848 folgte die Gründung der Jungschützen-Abteilung, die seit 1992 einer von wenigen eigenständigen Jungschützenvereinen in ganz Deutschland ist. Ihr erstes „eigenes“ Liborischützenfest feierten die Bredenborner Jungschützen im Jahre 1925. Karl Brinkmann und Therese Meier hatten damals die Regentschaft inne. Seitdem wird im jährlichen Wechsel zwischen Alt- und Jungschützen das Liborischützenfest ausgerichtet.

1947 wurde das erste Liborischützenfest nach dem Krieg gefeiert. 1948 – zum 100-jährigen Jubiläum der Jungschützenabteilung – hatte Bredenborn dann sogar ein Jungschützen- und Altschützenkönigspaar. Das 150-jährige Jubiläum im Jahre 1998 wurde mit der Premiere des Festes „König der Könige“ gefeiert, bei dem sich mehr als 50 ehemalige Majestäten der Alt- und Jungschützen ein Stelldichein gaben. 2003 feierte die Gemeinde das 875-jährige Bestehen Bredenborns mit einem historischen Festumzug am Liborisonntag. Bredenborner Vereine sowie die Grundschul- und Kindergartenkinder gaben mit Festwagen und Kostümen einen Einblick in die Ortsgeschichte.

Derzeit zählt der Jungschützenverein rund 100 Mitglieder. Unter Zwecke, Ziele und Aufgaben des Vereins ist in der Satzung unter anderem vermerkt: „Ohne Unterschied von Konfession und Stand, des Ranges und des Vermögens verfolgt der Verein uneingeschränkt das Ziel, das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Bredenborner durch Schützen- und Volksfeste zu fördern.“ Eine genaue Altersfestlegung, wann ein Jungschütze zu den Altschützen zu wechseln hat, gibt es übrigens nicht. In der Satzung steht dazu folgendes: „Bei Vollendung des 28. Lebensjahres kann eine männliche Person, auch wenn dies nicht mit der Mitgliedschaft im Jungschützenverein in Einklang steht, zu den Altschützen überwechseln. Unter Beachtung von freiheitlich demokratischen Grundsätzen bleibt die jeweilige Mitgliedschaft bei den Jung- oder Altschützen jedoch freie Selbstbestimmung.“

Bredenborn und der Brückenbauer

Der Heilige LiboriusDer Heilige Liborius wird in Bredenborn schon seit Jahrhunderten verehrt. Bereits vor dem Bau der ersten Pfarrkirche, die 1652 eingeweiht werden konnte, hatte in dem Ort eine Kapelle existiert, die dem Heiligen Liborius gewidmet war. Wahrscheinlich wurde diese Kapelle im Dreißigjährigen Krieg zerstört.


Neuen Auftrieb bekam die Bredenborner Liboriusverehrung Mitte des 18. Jahrhunderts. Denn im Jahre 1747 fand das wohl wichtigste Ereignis in der Beziehung zwischen der Ortschaft und ihrem Schutzpatron statt. Damals schenkte die Freifrau von Oeynhausen der Gemeinde eine Reliquie des Heiligen Liborius. Noch im selben Jahr gründete Pfarrer Dominicus Alferding die „Libori-Bruderschaft“. Ebenfalls 1747 fertigte der Paderborner Bildhauer Johann Philip Pütt eine Reliquienbüste des Heiligen Liborius an, die auch heute noch in der Pfarrkirche steht. Die Büste ist aus Eichenholz gefertigt, die Reliquie ist in das hölzerne Brustbild eingelassen. Früher trugen die Jungmänner die Büste bei der Liboriprozession mit.

Ziel einer jeden Liboriprozession ist die Liborikapelle, die 1816 eingeweiht werden konnte. Auch heute pilgern die Bredenborner alljährlich am Liborisonntag zu der Kapelle, um ihren Heiligen Liborius zu feiern.

Und seinem Ruf als Brückenbauer hat der Bistumspatron der Erzdiözese Paderborn mittlerweile auch in der Stadt Marienmünster alle Ehre gemacht. Denn mittlerweile verbindet der Heilige Liborius nicht nur das französische Le Mans mit der Domstadt Paderborn, sondern auch die Gemeinden Kollerbeck und Bredenborn mit der oberschlesischen Gemeinde Kreuzthal, dem Heimatort von Pfarrer Helmut Golletz. Denn am 19. und 20. Mai 2007 unterzeichneten die drei Gemeinden einen Freundschaftsvertrag. In dem 600-Seelen-Dorf Kreuzthal (Krzyzowa Dolina) wurde am 7. Oktober 2001 zudem das erste Gotteshaus Polens eingeweiht, das den Namen des Heiligen Liborius trägt. „Liborius hat schon auf vielfältige Weise gezeigt, dass er Völker verbinden kann. Das gilt vor allem für sein Heimatland Frankreich und für Deutschland. (. . .) Auch zu Ihnen spannt sich nun dieses Band und es wird ein weiterer Beitrag zur Verständigung der Völker sein“, betonte Johannes Joachim Kardinal Degenhardt kurz vor seinem Tod im Juli 2002 in einem Brief an die St. Liborius-Gemeinde in Kreuzthal.

Aus der Ortshistorie

In einer Urkunde aus dem Jahre 1128 wird Bredenborn im Zusammenhang mit der Stiftung des Klosters Marienmünster durch den Schwalenberger Grafen Widukind erstmals erwähnt. Die Ursprünge der Ortschaft liegen aber wohl noch viel weiter zurück. Vermutlich gab es am Bornteich, dem Bredenborn („Brähenburn“ = „Breiter Teich“) seinen Namen zu verdanken hat, schon im siebten oder achten Jahrhundert erste Ansiedlungen. Bis ins 14. Jahrhundert hinein existierten auf der Fläche der heutigen Feldmark Bredenborn dabei vier selbstständige Kleindörfer: Bredenborn, Brockhusen (oder Bruchhausen), Sillwartsen und Hobrexen. Durchsetzen sollte sich letztlich Bredenborn. Denn in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ließ der Abt Hermann von Mengersen die Ortschaft mit Mauern, Wällen und Wassergräben versehen und zu einer „Feste“ ausbauen. Die Knappen Arnold Bose und Heinrich Sesberghusen wurden 1334 zu Bredenborns ersten Burgmännern ernannt. Viele Bewohner der anderen drei Dörfer siedelten nach Bredenborn um, nach und nach verkamen Brockhusen, Sillwartsen und Hobrexen zu Wüstungen oder wuchsen mit der neuen Stadt zusammen. Denn bereits 1330 hatte Bredenborn die Stadtrechte erhalten.

1341 ging die Stadt in den Besitz des Fürstbischofs von Paderborn über. Nach einem rund 180 Jahre lang währenden Intermezzo, in dem die Freiherren von Haxthausen die Stadt und Burg Bredenborn halten, fällt die Ortschaft 1582 ans Paderborner Domkapitel zurück. Und die Verantwortlichen in der Domstadt zeigen sich knapp 70 Jahre später recht spendabel. „Auf gnädiges Belieben und sonderbare Donation eines Hochw. Thumkapitels haben die von Bredenborn diese Kirche zu der Ehre Gottes Ihnen und Ihren Nachkommen zum Seelentroste gebaut“, lautet die Inschrift auf dem Grundstein der ersten Pfarrkirche, die Fürstbischof Theodor Adolf auf Allerheiligen des Jahres 1652 einweihen konnte. Den Großteil der Baukosten musste aber wohl die Bredenborner Gemeinde aufbringen, die sich fortan immerhin selbstständig nennen konnte. Für die seelsorgerische Betreuung waren in den nächsten 172 Jahren allerdings weiterhin die Patres aus dem Kloster Marienmünster zuständig. Erst 1824 erhielt die Gemeinde mit Johannes Kemper ihren ersten eigenen Priester.

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Gemeinde folgte am 15. Mai 1867. Bischof Konrad Martin weihte die neu errichtete Pfarrkirche ein, die 30 Jahre später einen neuen Hochaltar erhielt.

1926 konnten die Bürgerinnen und Bürger Bredenborns die Schwestern der „Mutter vom Heiligen Kreuz“ in ihrer Gemeinde begrüßen. Die Ordensfrauen richteten in der Ortschaft eine Krankenambulanz, einen Kindergarten und eine Nähschule ein. Zehn Jahre später wurde zudem ein großes Schwesternhaus gebaut.

Insgesamt 145 Gefallene und Vermisste hatte die Gemeinde in den beiden Weltkriegen zu beklagen. Anfang April 1945 rückten amerikanische Truppen in Bredenborn ein. Von schweren Kampfhandlungen und größeren Zerstörungen blieb das Dorf aber verschont. Aus Dankbarkeit errichteten die Bredenborner kurz nach Kriegsende die Josephskapelle zu Ehren ihres Schutzpatrons.

Sieben Jahre später feierte die ganze Ortschaft dann das 300-jährige Bestehen ihrer Pfarrgemeinde. Im selben Jahr ertönte außerdem erstmals die neue Kirchenorgel, die die aus dem 18. Jahrhundert stammende Barockorgel ablöste.

Mit Gründung der Stadt Marienmünster am 1. Januar 1970 verlor Bredenborn seinen Status als selbstständige Titularstadt. Heute ist das Dorf mit seinen gut 1.600 Einwohnern die größte Ortschaft in der Stadt Marienmünster. Höhepunkt im Bredenborner Veranstaltungskalender ist dabei das Liborischützenfest, das alljährlich im Wechsel zwischen Alt- und Jungschützenverein Ende Juli ausgerichtet wird.